Paartherapie

Eine Partnerschaft ist kein Ziel, das man für immer erreicht, sondern ein Weg. Im Alltag kann es viele Belastungen für sie geben. Die Partner geraten dabei leicht in Verhaltensmuster hinein, die für beide Seiten schmerzhaft sind. 

Zuhören und besser verstanden werden

Außerdem bringt jeder - meist unbewusste - Beziehungsmuster aus früher Kindheit mit. Das Ziel der therapeutischen Arbeit: Einander besser zuhören und besser verstehen. Das hilft im Alltag und in kritischen Situationen. Denn: Es gibt nicht eine Wahrheit, sondern mindestens zwei. Also geht es darum herauszufinden, welcher Anteil eines Konfliktes zu mir und meiner Geschichte gehört und welcher zum anderen. Oder anders gesagt: Welcher Teil meines Konfliktes mit dem anderen ist "objektive" Realität und was ist meine Projektion? Beides gilt es zu würdigen.

Je früher, je besser

Meist holen sich Paare erst dann Hilfe, wenn sich schon viel Hilflosigkeit, Enttäuschung, Frustration oder gar Wut aufeinander angestaut hat. Ganz wichtig: Es ist viel vielversprechender und leichter, frühzeitig eine Paarberatung aufzusuchen - vielleicht schon wenn sich erste Probleme bei der Lösung von Konflikten zeigen. Dann lassen sich - mit einem erfahrenen Dritten - meist schnell missverständliche Kommunikationsmuster aufdecken und hilfreichere etablieren. Gerade wenn es um verletzliche Punkte geht, die wir alle haben.

Sex: Gute Kommunikation auch im Bett

Ein wichtiges Thema in vielen Partnerschaften ist der Sex. Jeder hat individuelle sexuelle Wünsche, Fantasien und auch Ängste. Die passen meist nicht deckungsgleich zueinander. Oft reden wir darüber zu wenig miteinander. Denn Sexualität ist etwas sehr Intimes, Verletzliches und teilweise auch immer noch Tabuisiertes. Und doch muss sich jedes Paar eine gemeinsame Sexualität "aushandeln": Beide Partner können versuchen zu begreifen, wo der andere steht, und sich aufeinander einlassen.

Monogam oder offen?

Dabei geht es irgendwann oft auch darum, wie exklusiv sie den Sex miteinander teilen: Darf es erotische Kontakte nach außen geben? Was spricht dafür, was dagegen? Unter welchen Voraussetzungen? Was sind meine Bedürfnisse oder Befürchtungen? Da gibt es keine allgemeingültigen Gesetze, sondern nur individuelle Antworten. 

Der Therapeut steht auf niemandes Seite

In der Paartherapie ist der "Patient" die Beziehung und nicht einer von beiden Partnern. Der Therapeut ist deshalb neutral.