Depression

Was ist Depression eigentlich? Natürlich haben die Psychologie und die Psychotherapie in den letzten hundert Jahren viele Definitionen für Depression aufgeschrieben. Wir könnten sie auch ganz einfach als den "Hunger der Seele" bezeichnen: Wenn wir nichts essen, bekommen wir ein "Loch" im Bauch, und wenn unsere seelischen Grundbedürfnisse unerfüllt bleiben, werden wir depressiv.

Vor allem wenn die Beziehungen zu unseren Mitmenschen unbefriedigend verlaufen, oder wenn unser Verhältnis zu uns selbst beeinträchigt ist: Wenn wir z.B. Schuld- oder Minderwertigkeitsgefühle mit uns herumtragen.

Warum werden manche Menschen bei Problemen wütend und andere resignieren?

Wie entsteht eine Depression? Wenn Kinder ein wichtiges Bedürfnis haben, z.B. nach Zuwendung oder Trost, dann verspüren sie Schmerz. Idealerweise erfüllen die Eltern das Bedürfnis dann. Wenn nicht, wandelt sich der Schmerz in Wut und Ärger. Wenn die Eltern dann aufhorchen und sich dem Kind zuwenden, kann das Bedürfnis gestillt werden, und Schmerz und Wut verschwinden.

Wenn nicht, dann wandelt sich die Wut in Trauer: Das Kind fängt vielleicht bitterlich zu weinen an. Wenn die Eltern sich dem Kind dann zuwenden, verschwindet die Trauer. Wenn nicht, wandelt sich die Trauer in Resignation und Depression, denn die Eltern haben die Gefühle von Schmerz, Wut und Trauer nicht wahrgenommen oder ernst genommen.

Gefühle nicht zu kennen, ist gelernt

Wenn Kinder das immer wieder erleben, lernen sie selbst nicht, diese Gefühle bei sich wahr- und ernst zu nehmen. Sie überspringen Schmerz, Wut oder Trauer und entfremden sich diesen Gefühlen. Sie bleiben dann an dem Gefühl "hängen", auf das die Eltern reagiert haben.

Manche Kinder werden also gleich wütend, wenn ihr Bedürfnis nicht beantwortet wird, weil sie gelernt haben, dass es nichts nützt, ihren Schmerz zu zeigen. Andere werden gleich traurig und andere werden gleich depressiv. Diese Muster behalten sie oft bei, wenn sie erwachsenen geworden sind.

Die Ursachen für den "Hunger" verstehen

Wir Gestalttherapeuten "behandeln" nicht die Depression an sich. Vielmehr geht es uns darum, herauszufinden, wonach jemand überhaupt Hunger hat. Und dann, die Ursachen für den "Hunger" zu verstehen. Dafür ist es hilfreich zu erkennen, welche Gefühle jemand verdrängt hat. Dann versuchen wir, ihr oder ihm zu helfen, sie besser wahrzunehmen. Und am Ende gilt es neue Wege zu entdecken, wie Menschen ihren Hunger besser stillen können. Meist verschwindet die Depression dann von ganz alleine. 

Auch der Körper kann eine Depression verursachen

Natürlich kann eine Depression auch organische und vielleicht auch genetische Ursachen haben. Zum Beispiel haben Organe wie die Leber, die Niere oder der Darm eine großen Einfluss auf die Psyche und können Depressionen begünstigen oder auslösen.